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Samstag, 15. Dezember 2012

ADVENT


Advent

 A Fensterl aufmachen jeden Tag
und schaun, was dahinter is,
a Kerzen anzünden jeden Sunntag
und zuaschaun, wia's brennt, 
und warten.
Auf was?

Auf's Fensteraufmachen jeden Tag,
auf's Schaun, was dahinter is,
auf's Kerzenanzünden nächsten Sunntag,
auf's Zuaschaun, wia's brennt,
und warten.
Auf was?

Auf des, was d'da lang scho hamlich wünscht,
auf was unserans bestimmt nia kriagn wird,
aber drauf gfaßt muaßt sein,
und warten.

(c) Trude Marzik

Dienstag, 30. Oktober 2012

Selbst-Liebe



Schon poliere ich mir den Tag auf Glanz.
Ich habe vor, mich zu mir zurückzuholen.
Wenn auch auf leisen Sohlen.
Ich bin bereit.
Es wird höchste Zeit,
einmal mehr nur an mich zu denken,
meine Gedanken zu lenken
nur zu mir hin.
Gut tut mir allein schon der Gedanke!
Ich sage zu mir leise:
Danke, Seele, danke.
Edith Hornauer

 Ich glaube, daß man selber oft viel zu kurz kommt.
Die Liebe zu anderen beginnt bei sich selber (das hat aber nichts mit der Kehrseite der Medaille zu tun...dem Egoismus oder gar Narzismus)....*lächel*

Sonntag, 21. Oktober 2012

Herber Herbstwind


Herber Herbstwind

...schiebst die Wolken vor dich her;
…du malst und übermalst
- Wahrhaftigkeit –
in prächtig` Farben.
...da ein Schütten, Schattenlegen,
dort im Wald ein Blätterregen,
ganz in Gold und ohne Eil`,
…nichts gebietet deiner Zeit,
flutest Städte - gar nicht weit,
mit gekonntem Pinselstrich...

von Heinrich Soucha

Montag, 15. Oktober 2012

Rilke-Herbstgedicht


Rilke, Rainer Maria (1875-1926)
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Dienstag, 12. Juni 2012

Die süssesten Früchte


DIE SÜSSESTEN FRÜCHTE
Alles mögliche an Getier,
versammelt sich gerne hier....
Sie naschen ja so gerne
von Nachbars Felsenbirne....
Sie lassen sich nicht gerne erhaschen,
wenn sie am Obste naschen,
denn: Die süssesten Früchte fressen auch gerne
die ganz ganz kleinen Kerle,
egal, ob gefiedert oder befellt,
sie haben diese Köstlichkeiten  für sich erwählt.....
(c)Luna

Sonntag, 6. Mai 2012

Mailied


Mailied

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne,
Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch

Und Freud` und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd`, o Sonne!
O Glück, o Lust!

O Lieb`, o Liebe!
So golden schön,
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höh`n!

Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
Die volle Welt.

O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb` ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft,

Weil ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud` und Mut

Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!

Autor: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Titel: Mailied

Sonntag, 15. April 2012

Frühling

Heinrich Seidel:
Was rauschet,  was rieselt,  was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne?  Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
„Der Frühling,  der Frühling, der Frühling ist wach!"

Was knospet, was keimet,  was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich?  Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
„Der Frühling,  der Frühling,  der Frühling zieht ein!"

Was klingelt,  was klaget,  was flötet so klar?
Was jauchzet,  was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte,  die Nachtigall schlug:
„Der Frühling,  der Frühling!" - Da wusst' ich genug!

Freitag, 6. April 2012

Frohe Ostern!



Joseph von Eichendorff (1788-1857)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/eichendorff.php

Ostern


Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: wache auf!
Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,
Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
So weit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

Montag, 5. März 2012

Vorfrühling


Vorfrühling

Da draussen rauscht der Regen,
Der Wind braust überm Land;
Doch leise webt den Segen
Des neuen Lenzes Hand.

Sie lockt aus Strauch und Bäumen
Der Knospen grünen Schein,
Sie schmückt mit lichten Säumen
Der Wälder düstre Reih'n.

Sie webt schon an dem Kleide
Der stillen Erdenbraut,
Die bald zu aller Freude
Dem Frühling wird getraut.

Mag jetzt der Sturm nur tosen,
Er knickt die Hoffnung nicht.
Bald winken uns die Rosen
Und blüh'n Vergissmeinnicht.

(Emerenz Meier 1874-1928, deutsche Schriftstellerin)

Mittwoch, 29. Februar 2012

März

März

Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt,  so kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen. Theodor Storm

Freitag, 24. Februar 2012

Sag mir Baum

Wunderwerk Baum (c)Luna
Sag mir Baum...

...was zieht mich in deinem Schatten-Bann?-
lehn ich an dir,
dann ist es Stärke;-
fühl ich dein stiller Gast die Kraft

 - und du?-

...gewährst mir Schutz und Halt;
Stille Einkehr wird Gewahr
und flüstern leis`,
hör ich dich Leidenschaft,-
...dass, was dich ausmacht,

das was du bist,-

und milde lächelnd, staunend,
verlier` ich mich in dir
und find` mich wieder,-
in Geschichten ferner Tage, Nächte,
prächt`ger Sommer-Kronen,
lebend-bunt Gefieder,
strahlend rotem Gold
und Wolken silberviolett,
Regenstürmen, Prächtigkeit des Herbstes,
Schlaf und süßer Träume langer Winter -

...und als Geschenk,
an einen Freund,
...ein zärtlich Lied; -

Vom Werden, Leben und Vergehen,
vom Gewähren,
stillen, würdevoll Geschehenlassen, 

...vom Plan des Schöpfers abgesehen.

(c)Heinrich Soucha

Montag, 20. Februar 2012

Vorfrühling


Vorfrühling

Wie die Knospe hütend,
Dass sie nicht Blume werde,
Liegt's so dumpf und brütend
Über der drängenden Erde.

Wolkenmassen ballten
Sich der Sonne entgegen,
Doch durch tausend Spalten
Dringt der befruchtende Segen.

Glühende Düfte ringeln
In die Höhe sich munter.
Flüchtling grüssend, züngeln
Streifende Lichter herunter.

Dass nun, still erfrischend,
Eins zum andern sich finde,
Rühren, alles mischend,
Sich lebendige Winde.

(Friedrich Hebbel 1813-1863, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Mittwoch, 15. Februar 2012

Ein grosser Teich


Ein grosser Teich war zugefroren

Ein grosser Teich war zugefroren;
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum:
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und sassen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Freitag, 10. Februar 2012

Lied im Winter

DIe Winterwaldfee/Ölbild/(c)Luna-art

Lied im Winter

Trüb sucht mein Blick: wann wird sie wieder blühn?
Die harte Erde lässt mit kaltem Schweigen
die Wipfel in den klaren Himmel zeigen
um die verschneite Bank im Wald,
auf der du einst ein Frühlingsglück umarmtest;
nun spriesst Reif an den starren Zweigen.
Dann willst du weitergehn den alten Gang,
da schluchzt ein Vogelherz, du weisst nicht wo,
die Stille klingt ihm nach: sie blüht, sie blüht!
Lichtblüten glitzern über allen Steigen!

(Richard Dehmel 1863-1920, deutscher Dichter, Schriftsteller)

Freitag, 3. Februar 2012

Der Seufzer


DER SEUFZER

Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis
und träumte von Liebe und Freude.
Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß
glänzten die Stadtwallgebäude.
~
Der Seufzer dacht an ein Maidelein
und blieb erglühend stehen.
Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein -
und er sank - und ward nimmer gesehen.

(Christian Morgenstern 1871 - 1914)

Montag, 30. Januar 2012

Wintergedicht

Mag da draußen Schnee sich türmen,
mag es hageln,mag es stürmen,
klirrend mir ans Fenster schlagen,
nimmer will ich mich beklagen,
denn ich trage in der Brust.
Liebchens Bild und Frühlingslust.
Heinrich Heine (1797-1856)

Freitag, 27. Januar 2012

Der Winter


Der Winter
Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amseln, Drosseln, Finken, Meisen,
die Koffer packen und verreisen.
Wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir vergaßen zu zerdrücken
von selber sterben, so glaub mir!
Es steht der Winter vor der Tür!
Ich laß ihn stehn, ich spiel ihm einen Possen,
ich hab die Tür verriegelt und gut abgeschlossen,
der kann nicht rein, ich hab ihn angeschmiert,
jaaa, jetzt steht der Winter vor der Tür.

- und friert.

(Heinz Erhardt)

Sonntag, 22. Januar 2012

Winterlied


WINTERLIED

Das Feld ist weiß, so blank und rein,
Vergoldet von der Sonne Schein,
Die blaue Luft ist stille,
Hell wie Kristall
Blinkt überall
Der Fluren Silberhülle.

Der Lichtstrahl spaltet sich im EIs,
Es flimmert blau und rot und weiß,
Und wechselt seine Farbe.
Aus Schnee heraus
Ragt, nackt und kraus,
Des Dornengebüsches Garbe.

Von Reifenduft befiedert sind
Die Zweige rings, die sanfte WInd'
Im Sonnenstrahl bewegen.
Dort stäubt vom Baum
Der Flocken Flaum
Wie leichter Blütenregen.

Johannes Gaudenz von Salis-Seewis

Montag, 16. Januar 2012

Der Mensch


DER MENSCH


Manchmal sinnier ich vor mich hin,
wozu ich auf der Welt hier bin.
Was hat der Herrgott sich gedacht,
als er den Menschen hat gemacht.

Schaut man sich heut den Menschen an,
ist nichts Besondres an ihm dran.
Macht die Natur sich untertan
und denkt, dass Tiere auch man quälen kann.

Er führt Krieg, ruiniert die Welt,
sich gegen seinen Schöpfer stellt.
Den Erdball langsam er vergiftet
und sich selbst damit vernichtet.
Das, mein ich, ist gar nicht schlecht,
der Umwelt wär das sicher recht.

Veronika Bayer


Freitag, 13. Januar 2012

Spuren im Sand


 ╰დ╮SPUREN IM SAND╭დ╯
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?"

Da antwortete er:
 ╰დ╮"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."╭დ╯

Originalfassung des Gedichts Footprints (c) 1964 Margaret Fishback Powers;
deutsche Fassung des Gedichts Spuren im Sand (c) 1996 Brunnen Verlag, Gießen


Montag, 9. Januar 2012

Im Winter


Im Winter


(Grieskirchen - Gäu - Böhmerwald (Oberösterreich):
Im Winter 1939
ging der Siebmacher Jakob
mit seinem Sohne Gustl, Foxl Puzi
von Grieskirchen bis Winterberg im Böhmerwald
und zurück, 12 Tage lang.)


Zum Urwald stapfen wir weit über Kollerschlag:
Wir sind Herr und Hund und ich, ein flinker Knabe.
Ab und zu begleitet uns ein grauer Rabe.
Wir jagen Holz, das sich gespalten biegen mag....

Spät dreh ich Hühnerspieße um in St.Ägid.
Schön zu schaun, daß alle Stücke prächtig brutzeln.
Es tut gut, an Kletzen nebenbei zu zutzeln.
Nun ist's geschafft. Den Gästen schmeckts; sie sind splendid.

Zerzauste EIskristalle zirpen zag bizarr:
Tönchen für die faulen Sänger Nebelkrähen,
Die nach fetten Nagern seit dem Morgen spähen.
Mausschwänzchen munden schneegestäubt wie Kaviar...

Mit Bandeln messen wir gespannt den Fichtenstamm,
Weil wir weiche Riesennadelbäume suchen.
Handeln, buchen, über sturen Wucher fluchen.
Im Stall erschöpft, verfroren Hund und Mensch und Lamm.....

Der Vater viel vom Holz und Weg und Wirtschaft weiß.
Doch der Bub, er fühlt die Waldes-Wunder walten,
Ahnt, wie Tannentürme ihre Zeit gestalten.
Der Hund schiebt in der Kegelstatt die Kugel heiß....

Die Tannen sind für Siebereifen zweite Wahl,
Widerborstig, stolz auf Ja und Nein, wie Kiefer.
Anzunehmen - wie beim Stein der schöne Schiefer -
Die Fichte, biegelieb, bereit in grosser Zahl.

Eis brennt wie Feuer: wir verlieren nicht den Mut!
Spalten frisches Holz, erproben sieben Siebe;
Weizen, Roggen, Gerste, Hafer rüttelnd schiebe!
Gesunden dann bewußt; die Ruhe tut uns gut....

Im Schnee versunken, freigeschaufelt Mensch und Tier.
Dennoch tiefer in den Forst noch vorgedrungen.
Nachts im Wirtsbett: Hund und Ofenstein umschlungen,
Die Tuchent steif, zu kurz. Am Tisch ein Krügerl Bier.

Handmühle, Tusset, Schattawa und Eisenstein:
Säger schleifen an zur Bahn gefällte Stämme,
Zweige, Rinden, Nadeln glätten zähe Kämme....
Der Hund tut was. Beim Buben rinnen Tränen ein.

Die Sonne schläft. Im Boden harrt schon mancher Keim.
Von den Wipfeln stürzen Schneelawinen nieder.
Uns're Wunden, schneebedeckt, verheilen wieder.
Die Beute fährt. Wir gehn zu Fuß. Wir kehren heim.


Gustaf A.Neumann (Sieberer, 1980, aus dem Buch Suchen nach Sinn)


Freitag, 6. Januar 2012

An die Bäume im Winter


An die Bäume im Winter
Gute Bäume, die ihr die starr entblätterten Arme
Reckt zum Himmel und fleht wieder den Frühling herab!
Ach, ihr müsst noch harren, ihr armen Söhne der Erde,
Manche stürmische Nacht, manchen erstarrenden Tag!
Aber dann kommt wieder die Sonne mit dem grünenden Frühling
Euch; nur kehret auch mir Frühling und Sonne zurück?
Harr geduldig, Herz, und bringt in die Wurzel den Saft dir!
Unvermutet vielleicht treibt ihn das Schicksal empor.
Johann Gottfried Herder

Winterlied


Winterlied

Geduld, du kleine Knospe
Im lieben stillen Wald,
Es ist noch viel zu frostig,
Es ist noch viel zu bald.

Noch geh ich dich vorüber,
Doch merk ich mir den Platz,
Und kommt heran der Frühling,
So hol ich dich, mein Schatz.
Graf von Platen