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Donnerstag, 3. Dezember 2009

Adventwunder/Trude Marzik





Adventwunder

Was mir heut passiert is - i kann's gar net fassen!
A Autofahrer hat mi umigehn lassen!
Aus Hupen und Schrein hat der Mensch ganz vergessen,
is freundlich und still hintern Lenkradl gsessen.
I deut' auf mein Kopf, denn i hab mi nur gwundert,
daß' so was no gibt, in unsern Jahrhundert!
Und no was is gschehn heut. I kann's gar net glauben:
Der Pomeisl-mir san ja bös wegn die Tauben,
er wohnt ober mir, und des boshafte Luader
streut Sommer und Winter am Fensterbrett Fuader -
der grüaßt mi heut scheißfreundlich:
"Gelns, grauslich, die Patzen!
I füader jetzt nur mehr im Stadtpark die Spatzen."
Beim Bäcken hat mi ane vualassen wollen,
mei Freundin is kummen, die Schulden mir zahlen,
die Strassenbahn bleibt wegn mir sogar stehn,
a fremde Frau grüaßt mi - i hab's no nie gsehn -
Wo san ma ? Was is denn ?
Es weihnachtelt sehr!
Aber nur a paar Tag, Und des is des Malheur.

Ein Mundartgedicht von Trude Marzik
~~~~~~~~~~~~~~~~~
Irgendwo habe ich das tolle Buch von Trude Marzik verschlampt...ich suche es schon das zweite Jahr zur Weihnachtszeit.
Ich mag ihre Gedichte sehr!!
Ich liebe sie geradezu.
Aber es ist Wiener Mundart.
Deshalb werde ich versuchen, das ganz einzudeutschen:
~~~~~~~~


Adventwunder

Was mir heut passiert is - i kann's gar net fassen!
(Was mir heute passiert ist - ich kann es gar nicht fassen!)

A Autofahrer hat mi umigehn lassen!
(Ein Autofahrer hat mich über die Straße gehen lassen!)


Aus Hupen und Schrein hat der Mensch ganz vergessen,
is freundlich und still hintern Lenkradl gsessen.
(Auf das Hupen und Schreien hat der Mensch ganz vergessen,
er ist freundlich und still hinter dem Lenkrad gesessen.)

I deut' auf mein Kopf, denn i hab mi nur gwundert,
daß' so was no gibt, in unsern Jahrhundert!
(Ich deute auf meinen Kopf, denn ich habe mich nur gewundert,
daß es so etwas noch gibt, in unserem Jahrhundert!)

Und no was is gschehn heut. I kann's gar net glauben:
Der Pomeisl-mir san ja bös wegn die Tauben,
er wohnt ober mir, und des boshafte Luader
streut Sommer und Winter am Fensterbrett Fuader -
der grüaßt mi heut scheißfreundlich:
"Gelns, grauslich, die Patzen!
I füader jetzt nur mehr im Stadtpark die Spatzen."
(Und noch etwas ist geschehen heute.
Ich kann es gar nicht glauben:
Der (Herr) Pomeisl, wir sind miteinander böse wegen der Tauben,
er wohnt über mir, und das boshafte Luder
streut im Sommer und Winter am Fensterbrett Futter -
der grüßt mich heute besonders (;D) freundlich:
"Nicht wahr, grauslich, die Patzen (Flecken)!
Ich füttere jetzt nur mehr im Stadtpark die Spatzen.")

Beim Bäcken hat mi ane vualassen wollen,
mei Freundin is kummen, die Schulden mir zahlen,
die Strassenbahn bleibt wegn mir sogar stehn,
a fremde Frau grüaßt mi - i hab's no nie gsehn -
Wo san ma ? Was is denn ?
Es weihnachtelt sehr!
Aber nur a paar Tag, Und des is des Malheur.
(Beim Bäcker hat mich eine vorlassen wollen,
meine Freundin ist gekommen, die Schulden mir zahlen,
die Straßenbahn bleibt wegen mir sogar stehen,
eine fremde Frau grüßt mich - ich habe sie noch nie gesehen -
Wo sind wir? Was ist denn?
Es weihnachtet sehr!
Aber nur ein paar Tage. Und das ist das Malheur (Pech).)


~~~~~~~~~
Vielleicht gefällt es Euch ja auch.
Hat eine prima Aussage!
GlG *ღ*Luna
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~





1 Kommentar:

  1. Hallo Luna,
    ich hab das Gedicht schön langsam gelesen, dann kann man es auch als nicht Wiener gut verstehen...Bitte mehr davon!!!
    Liebe Grüße von Monré

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